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Landeck (Tirol)
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Landeck ist eine Stadt mit 7711 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2025) im Oberinntal in Tirol (Ăsterreich). Landeck ist die Bezirkshauptstadt des Bezirks Landeck, der tourismusintensivsten Region Ăsterreichscite-ref-1[1] und als Sitz des Bezirksgerichts Landeck auch Zentrum des Gerichtsbezirks Landeck.
Contents
⢠Geografie
⢠Geologie
⢠Klima
⢠Stadtteile
⢠Nachbargemeinden
⢠Geschichte
⢠Mittelalter
⢠1500â1900
⢠1900â1945
⢠1945â2000
⢠Dialekt
⢠Bauwerke
⢠Musik
⢠Sport
⢠Politik
⢠Gemeinderat
⢠Bßrgermeister
⢠Wappen
⢠Bilder
⢠Weblinks
⢠Einzelnachweise
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Geografie
Geografische Lage
Landeck liegt an einer Biegung des Inns, der hier die von Westen aus dem Stanzer Tal kommende Sanna aufnimmt. Das Oberinntal bildet hier einen Talkessel, in dem Ăśstlich von Landeck auch Zams liegt. Landeck ist die westlichste Stadt Tirols.
Geologie
NÜrdlich der Stadt erheben sich die Gipfel der Lechtaler Alpen, Teil der NÜrdlichen Kalkalpen. HÜchster Berg ist die Parseierspitze mit 3036 m, bestehend aus Hornstein- und bunten Aptychenkalken. Vorherrschend ist Dolomitgestein, kennzeichnend ein vielfältiger, oft kleinräumig wechselnder Gesteinsaufbau ßberwiegend aus Sedimentgesteinen, der zu einem sehr abwechslungsreichen Landschaftsbild mit brßchigen, stark zergliederten, schuttreichen und dicht aneinander gereihten Bergen fßhrt. Die Täler sind eng und tief eingeschnitten, zu den wildesten kalkalpinen Schluchten zählen das Larsenn- und Starkenbachtal sowie das Zammer Loch.
An die Kalkalpen schlieĂt sich, getrennt durch eine ca. 50 m breite StĂśrungszone, das Kristallin des Landecker Quarzphyllit an, der zu plastischer Verformung neigt. Geomechanisch stellt er eine Pufferzone zwischen den Kalkalpen und der Silvrettamasse dar. Hier stehen der stark geschieferte Quarzphyllonit, der stabilere Gneisphyllonit und Schiefergneis im Vordergrund. In dieser Zone liefen Stauchungen in der Nord-SĂźd-Richtung ab, aber auch seitliche Verschiebungen in der Ost-West-Richtung. Der Landecker Quarzphyllit wurde dabei allmählich phyllitonisiert und begann sich plastisch zu deformieren. Die Grenzfläche zwischen Kalkalpen und Quarzphyllit ist seismisch aktiv, im Landecker Talkessel sind immer wieder Epizentren kleinerer Erdbeben aufgetreten.cite-ref-2[2] Das Gestein ist leicht verwitterbar, der Glimmerreichtum befĂśrdert den mechanischen Zerfall, das Eindringen von Wasser und damit die Frostsprengung. In seinem Bereich runden sich die Bergformen, die BĂśden erleichtern die Bildung einer zusammenhängenden Pflanzendecke: Dazu zählen beispielsweise die Strengener BerghĂśfe wie die Fluren von Grins und Stanz und die HĂśfe am Pitztaler Teil des Venetbergs. Allerdings bilden sich auch leicht Wildbacheinrisse, z. B. der Thialgraben bei Landeck, der Dawingraben oder der Bereich oberhalb des Zappenhofes bei Tobadill. Der Bergstock des Venet ist mit seinem Mittelgebirgscharakter Teil dieser Quarzphyllitzone. Durch seine von Gletschern der Eiszeit rund geschliffene Oberfläche fehlt eine stark ausgeprägte Felsstruktur, sodass er eine gute Grundlage fĂźr Alm- und Waldboden darstellt.
Der im Raum Landeck zu den Zentralalpen zählende Teil wird der Samnaungruppe mit Furgler, Hexenkopf und Vesulspitze sowie den Ătztaler Alpen, der grĂśĂten Massenerhebung in den Ostalpen, zugerechnet. Die beiden GebirgszĂźge werden durch den Inn getrennt, der erst nach der Eiszeit den Durchbruch durch den Quarzphyllit sĂźdlich von Landeck schaffte â vor der Eiszeit verlief das Inntal Ăźber den Piller. Dominieren auch Ăźberall ostalpine Decken, so treten im Bereich vom Unterengadiner Fenster zwischen Giarsun im Engadin und Prutz penninische Decken mit BĂźndner Schiefer zutage.
Klima
Laut Angaben der Zentralanstalt fĂźr Meteorologie und Geodynamik war das Klima in Landeck im Zeitraum 1997â2010 durch folgende GesetzmäĂigkeiten gekennzeichnet:
⢠Eine Jahresdurchschnittstemperatur von 8,8 °C. Im Juli wurde der HĂśchstwert mit 18,0 °C erreicht, im Jänner der Tiefstwert mit â1,5 °C.
⢠Die jährlichen Niederschläge sind aufgrund der Abschirmung durch die NÜrdlichen Kalkalpen mit 814 mm gering; das Maximum liegt im Sommer (August 120 mm und durchschnittlich 13,2 Tage mit Niederschlag), das Minimum im April mit 41 mm. Es gab im Schnitt 107,9 Niederschlagstage pro Jahr und 112,4 cm Schnee.
⢠Es wurden 1606,4 Sonnenscheintage verzeichnet, 191,5 davon im August.
Stadtteile
Die Stadtgemeinde und einzige gleichnamige Ortschaft bzw. Katastralgemeinde Landeck gliedert sich in die fĂźnf Stadtteile Angedair, Perfuchs, Perfuchsberg, Perjen und Bruggen.
Die zwei Gemeinden Angedair und Perfuchs wurden im Jahr 1900 zur neuen Gemeinde Landeck vereinigt. Diese erhielt 1904 das Marktrecht und wurde im Jahr 1923 zur Stadt erhoben. Die beiden heutigen Ortsteile Bruggen und Perjen waren ursprßnglich der Gemeinde Perfuchs zugeordnet, die zur Gänze links des Inn gelegen war. Angedair umfasst noch heute das gesamte Landeck rechts des Inn.
Während der nationalsozialistischen Herrschaft 1939 bis 1945 wurde Landeck mit der Nachbargemeinde Zams vereinigt und sollte zu einer GroĂstadt an der SĂźdgrenze des GroĂdeutschen Reiches ausgebaut werden. Nach 1945 war die Zwangsehe nicht mehr aufrechtzuerhalten, die Bewohner von Zams hatten sich nie damit abfinden wollen.
Nachbargemeinden
Alle sieben Nachbargemeinden liegen im Bezirk Landeck.
Geschichte
Urgeschichte und Antike
Aus der Fritzens-Sanzeno-Kultur des 5. bis 1. Jahrhunderts v. Chr. wurden im Jahr 1886 in Perjen mehrere Gebäudereste gefunden, Begräbnisplätze, Tierknochen und ein Eisenmesser. Im Jahr 2018 entdeckte man eine mehr als 10 cm groĂe Bronzefigur, die als Opfergabe diente, daneben fand man eine Gewandspange und einige Eisenobjekte, verbrannte Tierknochen und Keramikscherben. Es handelte sich demnach um einen Brandopferplatz, wo KĂśpfe und FĂźĂe von Haustieren den GĂśttern geopfert wurden. Die RĂźckstände (Knochen und Asche) waren sakrales Gut und gehĂśrten den GĂśttern. Die vorgefundenen Keramikreste dienten als Behältnis fĂźr Speiseopfer, konnten aber auch bei Kultmahlen Verwendung finden.cite-ref-4[4]
Die Sprachwissenschaftler Peter Anreiter und Marialuise Haslinger fĂźhren die Ortsbezeichnungen Zams (âdurch ein feuchtes Land flieĂender Flussâ) und Angedair (âOrt, wo es eine Biegung gibtâ) auf eine vorrĂśmische Schicht zurĂźck. Der heutige Ortsteil der Bezirkshauptstadt bedeute im Wortsinn damit letztlich nichts anderes als die heutige Ortsbezeichnung âLandeckâ. Der auf der linken Innseite befindliche Stadtteil Perjen wird als Siedlung âbei der BrĂźckeâ gedeutet, der Landecker Hausberg Thial als âOrt, wo eine AlphĂźtte stehtâ. Gemeint sei damit ursprĂźnglich das almwirtschaftlich genutzte Gebiet unterhalb des Berggipfels, von dem der Name dann âaufgewandertâ sei.cite-ref-5[5]
Die älteste RĂśmerstraĂe, die Tirol durchquerte, fĂźhrte von Italien durch den Vinschgau Ăźber den Reschenpass nach Landeck und erreichte Ăźber den Fernpass Augsburg, von den RĂśmern Augusta Vindelicorum genannt. Sie wurde 46 und 47 n. Chr. unter dem rĂśmischen Kaiser Claudius vollendet und nach ihm Via Claudia Augusta benannt. Ăber den Arlbergpass fĂźhrte hingegen das ganze erste Jahrtausend nur ein schwer zu begehender Saumpfad mit lokaler Bedeutung.cite-ref-6[6] Aus der RĂśmerzeit sind zahlreiche MĂźnzen Ăźberliefert, was schon vor den Ergebnissen der Ausgrabungen in der Stadtpfarrkirche (vgl. dazu den entsprechenden Abschnitt unten) fĂźr eine rege Siedlungstätigkeit sprach. Jedenfalls befand sich im Landecker Talkessel ein Dorf, verbunden mit einer Raststation (mansio) an der Via Claudia Augusta.cite-ref-geschichtetirollandeck-7-0[7] Die erste Kirche, eine spätrĂśmische Saalkirche, wird in die Zeit zwischen 430 und 480 datiert. Sie ist schon um ca. 500 um eine Apsis mit einer groĂen Priesterbank und einer Taufkapelle erweitert worden, von welcher die Fundamente und das frĂźhchristliche Taufbecken erhalten geblieben sind. Es muss somit schon im 5. Jahrhundert in Landeck eine relativ groĂe christliche Gemeinde bestanden haben. Die Priesterbank bot Platz fĂźr 5â7 Geistliche, weshalb die Vermutung nahe liegt, dass die Kirche mit einem Kloster verbunden war, wie dies auch in Säben, dem ersten Tiroler Bischofssitz, der Fall war.cite-ref-auto-8-0[8] Die einheimische BevĂślkerung Ăźbernahm viel von der Lebensweise und der Kultur der RĂśmer: Wein- und Obstanbau, Steinbau, Kunst des MĂśrtelmischens und viele andere Errungenschaften.
Der RĂśmerzeit lassen sich zahlreiche Flurnamen zuordnen: Die âFascheâ beim Weiher BĂśden bezieht sich auf langgestreckte Wiesenstreifen, âQuadratschâ bezieht sich auf eine quadratische GrundstĂźcksform. âGampenâ bedeutet Platz vor der AlmhĂźtte, âKristilleâ steht fĂźr eine kleine AnhĂśhe. âGasillâ leitet sich von einem kleinen Haus in einem ganz offensichtlich erst von den RĂśmern gerodeten Gebiet ab, âKatlaunâ ist ein groĂer Hof, âGalpeinsâ ein mit Fichten bewachsener HĂźgel, âLigetâ ein fruchtbarer Boden. Der Ortsteil Perfuchs war ursprĂźnglich auf das Ăberschwemmungsgebiet an Inn und Sanna bezogen und ist erst viel später auf das ganze Gebiet Ăźbertragen worden. âRiefeâ wird heute noch fĂźr einen Erdrutsch oder Murbruch verwendet, âRonggalaâ ist der Ort einer kleinen Rodung.cite-ref-9[9]
Mittelalter
Im 6. Jahrhundert war der Landecker Raum eher nur dĂźnn besiedelt, als die Franken sukzessive begannen, die Herrschaft Ăźber den gesamten Alpenraum auszudehnen. Sie waren es auch, die in den folgenden 250 Jahren die ursprĂźngliche kulturelle und vor allem politische Ausrichtung der Alpen vom SĂźden hin zum Norden ausrichteten.cite-ref-10[10] Bajuwaren stieĂen seit dem 8. Jahrhundert ins Inntal vor und leiteten letztlich eine umfangreiche Kolonisierung ein. Bruggen ist das bayrische Ăquivalent zu Perjen, âBurschlâ erinnert an eine befestigte Anlage, mit deren Hilfe man den Verkehr vom Oberinntal ins Stanzertal kontrollierte. âGastiâ ist ein Steilweg, âGramlachâ der Ort, wo Flachs verarbeitet wird. Die âKlaisâ war ein verschiebbares Gehege fĂźr Pferde und Schafe, der âKreuzbĂźhelâ ein HĂźgel, auf dem ein Kreuz steht. Das âStampfleâ ist ein Ort, wo sich eine StampfmĂźhle befindet, die âUrtlâ ist das Gebiet, wo das Gerichtsurteil vollstreckt wurde.cite-ref-11[11] Bayern gliederte sich in Gaue und Grafschaften als Mittelstellen der staatlichen Verwaltung fĂźr Gerichtswesen, Ăśffentliche Sicherheit und Wirtschaft. Zum Teil schon im 8. Jahrhundert erwähnt, sind ihre meist naturbedingten Grenzen teilweise heute noch in den modernen Verwaltungsbezirken erhalten. Zu welchem Gau der Landecker Raum ursprĂźnglich gehĂśrte, ist unklar. Vermutlich ab dem 10. Jahrhundert besaĂen die Welfen die Grafschaft, haben aber Teile an Geschlechter wie die Grafen von Eppan-Ulten, die Freiherrn von Wanga und die Grafen Eschenlohe verliehen. In der zersplitterten Grafschaft bildeten sich vier Hochgerichte heraus: HĂśrtenberg (Telfs), Petersberg (Silz), Imst und Landeck. Während Imst allerdings schon im Jahr 763 urkundlich erwähnt wird, gab es lange Zeit keine Gemeinde mit dem Namen Landeck. Die Siedlung wurde durch den Inn scharf in die Ortschaften Perfuchs und Angedair geteilt.cite-ref-12[12]
1150 wurden in einer Marienberger Urkunde âdie freien Leuteâ (freien Bauern) aus Zams, Stanzertal (= St. Anton), FlieĂ und Prutz als Zeugen genannt. Bis Mitte des 13. Jahrhunderts hat der Landecker Raum offenbar mit dem Bereich der Gerichte Imst und Petersberg zum Herrschaftsbereich der Grafen von Ulten gehĂśrt. Nach deren Aussterben im Jahr 1248 kam diese Herrschaft an die Grafen von Tirol. Nach dem Tod von Graf Albert III. wurde das Gebiet zwischen seinen SchwiegersĂśhnen im Jahr 1254 bei âlandekeâ an der Prienner BrĂźcke getrennt. Meinhard II. vereinigte die Gebiete aber 1263 wieder, wodurch der Gerichtssprengel Landeck entstand. Wo der Gerichtssitz angesiedelt war, ist nicht eindeutig geklärt, da in Urkunden von 1289 bzw. 1297 der Richter sowohl als âiudex de Landeckâ als auch als âiudex de Zamsâ genannt worden ist. Ausgaben zu Bauarbeiten an der Burg Landeck deuten darauf hin, dass im Jahr 1296 die endgĂźltige Entscheidung zugunsten Landecks gefallen ist. Das Gericht selbst wird zum ersten Mal im Jahr 1282 genannt. Dieses setzte sich aus drei sehr alten, bereits bestehenden, voneinander unabhängigen Dinggemeinden Stanzertal, Zams und FlieĂ zusammen. FĂźr jeden dieser Bezirke, Drittel genannt, gab es ursprĂźnglich eine eigene Dingstätte, einen Treffpunkt fĂźr allgemeine Gerichts- oder Gemeindeversammlungen. FĂźr die grĂśĂte, Zwotel oder âZweiteilâ genannte, Gemeinde befand sich diese in Perfuchs: Sie umfasste das gesamte Stanzertal von Perfuchs und Stanz bis zum Arlberg samt Kaisers, aber auch die Paznauner Orte Kappl samt Langesthei.cite-ref-auto1-13-0[13]
Die FlieĂer Dingstätte war fĂźr FlieĂ, FlieĂerberg, Piller und Hochgallmig zuständig, jene von Zams fĂźr Zams und Zammerberg mit Falterschein, Saurs, SchĂśnwies und Angedair. Obwohl Perfuchs und Angedair somit unterschiedlichen Gemeinden angehĂśrten und politisch und wirtschaftlich getrennt waren, bildeten sie dennoch eine gemeinsame Kirchengemeinde Landeck.cite-ref-auto1-13-1[13] Im Jahr 1270 hat der Bischof Heinrich von Chur der âEcclesiaâ in Angedair einen Ablassbrief verliehen. Allerdings unterstand Landeck der Pfarre in Zams, die ihre Mutterpfarre ihrerseits ursprĂźnglich in Stanz hatte, die älteste der Gegend, bezeichnenderweise dem ApostelfĂźrsten Petrus geweiht.
Verkehr und Handel wurden von den drei Burgen des Talkessels kontrolliert (Schloss Landeck, Burg Schrofenstein, Kronburg).cite-ref-geschichtetirollandeck-7-1[7] Herzog Leopold III. erlaubte 1380 Hans von Starkenberg, auf dem Felssporn 3 km Üstlich von Zams die Kronburg zu erbauen. 1423 fiel sie nach einem fehlgeschlagenen Aufstand gegen Herzog Friedrich IV. in dessen Hände. Sein Nachfolger Erzherzog Siegmund verpfändete die Burg 1485. Der spätere rÜmisch-deutsche Kaiser Maximilian I. lÜste sie 1502 wieder zurßck und verkaufte sie dem Geschlecht der Fieger.
Im Jahr 1228 wurde erstmals das Geschlecht âvon Schrofensteinâ urkundlich erwähnt; vermutlich bestand schon zu dieser Zeit die Festung. Sie gehĂśrte zum FĂźrstbistum Chur, die Herrn von Schrofenstein waren Ministerialen der dortigen BischĂśfe. Sie wehrten sich energisch gegen die Bestrebungen von Meinhard II., die Befugnisse des Adels einzuschränken. Als es im Jahr 1312 zu einem Krieg zwischen den Grafen von Montfort und KĂśnig Heinrich von BĂśhmen, dem Landesherrn der GefĂźrsteten Grafschaft Tirol, kam, wurden die Schrofensteiner zwischen den Fronten aufgerieben. Die Burg Arlberg wurde zerstĂśrt und Schrofenstein arg in Mitleidenschaft gezogen. 1406 wurde die Anlage beim Einmarsch der Appenzeller wieder schwer beschädigt. 1546 starben die Herrn von Schrofenstein aus und der Bischof von Chur belehnte die Herrn von Trautson mit der Festung. 1775 kam die Anlage an die Herrn von Auersperg und begann zu verfallen, sodass 1807 der Vertreter dieses Geschlechts die Burg verlieĂ. 1810 wurde Schrofenstein an Bauern verkauft, welche aber sowohl das Inventar als auch Baumaterial aus der Burg nahmen und diese innerhalb von drei Jahrzehnten zur Ruine verfiel.cite-ref-14[14]
Die Burg Landeck wurde erstmals Ende des 13. Jahrhunderts urkundlich erwähnt und etablierte sich als Gerichtssitz. 1304 findet sich auch die Anmerkung einer Burgkapelle, welche dem Hl. Stephanus geweiht war. 1368 wurde die Befestigung von den Bayern erobert, jedoch im Frieden von Schärding 1369 wieder an Tirol refundiert. Bis zum Ende des 15. Jahrhunderts verfiel Burg Landeck zusehends. Erst unter den Richtern Roland und Sigmund von Schrofenstein wurden umfassende Bau- und SanierungsmaĂnahmen durchgefĂźhrt: die Zwingeranlage wurde erneuert, die Kapelle mit Fresken versehen und eine Flurhalle errichtet.cite-ref-15[15] Der Vorsteher des Gerichts war neben seinen richterlichen Aufgaben zunächst auch fĂźr einen umfangreichen Verwaltungsbereich zuständig â Steuer, Wehrwesen, Ăśffentliche Arbeiten im Bereich der StraĂen und Befestigungen. Im 14. Jahrhundert wurden diese beiden Ămter getrennt, der vom LandesfĂźrsten eingesetzte Pfleger war nun fĂźr die Verwaltungsagenden zuständig und hatte auch fĂźr die Besoldung des Richters zu sorgen.
Seit dem 13. Jahrhundert stieg der Handelsverkehr Ăźber den Reschen bedeutend an, ebenso Ăźber die Verkehrswege aus dem Engadin. Vom bedeutenden Handelsverkehr zwischen den italienischen und den deutschen Städten profitierten aber vor allem Prutz und Zams als Rodstationen, nicht aber Landeck: Denn der Weg war Ăźber FlieĂ und die Trams zur BrĂźcke bei Zams verlaufen, und berĂźhrte Landeck damit nur am Rande, denn auch der Verkehr Richtung Westen verlief Ăźber Stanz und Grins. Der steigende Verkehr Richtung Westen seit dem 13. Jahrhundert war auch auf die Salzfrachten der Haller Saline zurĂźckzufĂźhren. Wohl um 1300 hat man den Weg deutlich abkĂźrzen wollen und unterhalb von Schloss Landeck die BrĂźcke Ăźber den Inn nach Perfuchs und von dort nach Bruggen zum Arlberg genommen. Im Jahr 1315 beklagten sich die Gemeinden des Gerichts Landeck, dass Konrad von Prienne auf dem von ihm angelegten Weg auf den Arlberg eine viel zu hohe Maut verlangen wĂźrde. Gegen Versuche, die StraĂe in die Tiefe des Stanzertales zu verlegen, wehrte sich Grins energisch und erhielt im Jahr 1330 die Bestätigung, dass die Verbindung durch diesen Ort gehen mĂźsse. Allerdings ist dann bereits in den Jahren 1343 und 1347 vom Bau eines Weges nach dem âArlâ âbei dem Wasserâ (= Bruggen) die Rede. Mit der Erwerbung Tirols durch die Habsburger im Jahr 1363 erlebte die Verbindung Richtung Westen einen weiteren Aufschwung, der mit der Erbauung des Hospizes St. Christoph durch Heinrich vom Kempten (Findelkind) im Jahr 1386 seinen Ausdruck fand. Am 23. Oktober 1414 kam Papst Johannes XXIII. in Landeck an und zog von dort weiter nach Arlberg nach Konstanz zum Konzil. UnterstĂźtzt vom LandesfĂźrsten Friedrich mit der leeren Tasche, wurde er aber auf dem Konzil abgesetzt und Friedrich vom Kaiser geächtet. Dennoch hielten die Bauern und BĂźrger im Gegensatz zu den Adeligen zu ihrem LandesfĂźrsten, wobei sich besonders die Landecker, in der Sage phantasievoll ausgeschmĂźckt, positiv hervorgetan haben sollen. Friedrich unterstĂźtzte das Streben nach kirchlicher Selbstständigkeit, Landeck erhielt im Jahr 1430 einen eigenen Kaplan fĂźr seine Kirche. Sein Nachfolger Erzherzog Sigmund fĂśrderte den Bau einer neuen Kirche, einem prächtigen Gotteshaus, das 1493 eingeweiht wurde â Prutz und Zams waren damit endgĂźltig ĂźberflĂźgelt.cite-ref-16[16]
Schon 1406 drängten die Appenzeller in ihrem Kampf gegen die ÂŤFĂźrstengewaltÂť und den FĂźrstabt von St. Gallen mit ungestĂźmen RaubzĂźgen in die angrenzenden Regionen vor: Im SĂźden zogen sie in die Linthebene, im Westen bis in den Thurgau und im Osten unter Ital Reding bis nach Vorarlberg und Tirol. Während zweier Jahre verbreiteten sie Schrecken unter den FĂźrsten und Begeisterung und Freiheitshoffnungen unter Bauern und Landleuten, so auch unter vielen im westlichen Tirol, wo man ebenfalls von einer freien Bauernrepublik zu träumen begann: âFriede den HĂźtten, ZerstĂśrung den Zwingburgenâ. Sie stĂźrmten die Altenburg, brannten Ladis nieder, zerstĂśrten die Burg Laudeck, belagerten Wiesberg. Die Landecker BrĂźcke wurde von den Schweizern Ăźberrannt und auch bei Stams ein Tiroler Aufgebot vernichtend geschlagen. Am 13. Januar 1408 erlitten sie jedoch bei Bregenz eine verheerende Niederlage, die sie den Ruf der Unbesiegbarkeit kostete. Die Appenzeller zogen sich in ihr Stammland zurĂźck, allerdings leisteten die Oberländer erst 1412 dem Pfleger von Laudegg und dem LandesfĂźrsten wieder ein TreuegelĂśbnis.
1500â1900
Wie zahlreiche andere Gerichte hat man auch das Gericht Landeck häufig an Adelige verpfändet, so etwa an Oswald von Schrofenstein im Jahr 1488 (vgl. dazu den spätgotischen Schrofensteineraltar und den Totenschild in der Stadtpfarrkirche). Von 1549 bis 1705 war das Gericht an die Familie Gienger verpfändet (vgl. dazu ebenfalls den Renaissance-Totenschild in der Stadtpfarrkirche).
Im Jahr 1623 wurde Landeck endgĂźltig kirchlich von Zams unabhängig und wurde zur selbständigen Kuratie erhoben: Das Kirchspiel âLandeggâ bestand aus Angedair, Perfuchs, Perfuchsberg und Bruggen. Zeitgleich wurde Landeck zu einem Schwerpunkt der Hexenprozesse in Tirol, denen mehrere Frauen zum Opfer fielen â sie wurden in der âUrtlâ verbrannt. Zudem wĂźtete in Landeck in den Jahren 1633â1636 die Pest. Die vielen Toten wurden im Burschl in Perfuchs begraben und in der Folge ein Kirchlein zu Ehren der Heiligen Sebastian, Rochus und Pirmin errichtet. Dorfordnungen fĂźr Angedair (1638) und Perfuchs mit Bruggen (1641) regelten vor allem landwirtschaftliche Fragen.
Da in vielen landwirtschaftlichen Betrieben der Ertrag nicht ausreichte, um eine Familie versorgen zu kĂśnnen, mussten vom Ende des DreiĂigjährigen Krieges (1648) bis zur ErĂśffnung der Arlbergbahn im Jahr 1884 â so wie in den umliegenden DĂśrfern â erwachsene Männer als Saisonarbeiter nach Deutschland und in die Schweiz gehen sowie schulpflichtige Mädchen und Burschen als sogenannte Schwabenkinder in den sĂźddeutschen Raum ziehen.
1703 konnte der Landsturm der Gerichte Landeck, Pfunds und Nauders während des Spanischen Erbfolgekrieges die bayrischen und franzĂśsischen Invasoren bei der Pontlatzer BrĂźcke besiegen und an der Landecker und Zammer BrĂźcke gefangen nehmen. Der Dank des Kaisers bestand in der Ăbergabe eines silbernen Ehrenbechers. Nach diesem Ereignis sandten diese Gerichte aber auch Vertreter nach Wien, wo sie forderten, dass die Gerichtsbarkeit endlich wieder direkt beim Landesherrn liegen und damit die adelige Gerichtsherrschaft abgelĂśst werden sollte. Zudem mĂźsse die BevĂślkerung ein Mitspracherecht bei der Besetzung des Richter- und Pflegeramtes haben. Die auĂerordentlich hohe AblĂśsesumme von 16.500 Gulden wurde von den Bewohnern des Gerichts ausgelegt, die Ernennung des Pflegers bzw. Richters erfolge seitdem zwar durch die Regierung, allerdings aufgrund eines Dreiervorschlages der Gerichtsgemeinden. Zur Ermittlung des Vorschlages versammelten sich alle männlichen ortsansässigen Bewohner in ihrer Gemeinde und gaben dabei ihre Stimme ab. In der Folge wurde ein Ausschuss auf Schloss Landeck geschickt, wo man alle Stimmen zusammenzählte und eine Liste erstellte, die man dann dem Kaiser nach Wien schickte. Weiters wurden in Angedair seitdem zwei Jahrmärkte abgehalten, was das Selbstbewusstsein der BevĂślkerung dermaĂen steigerte, dass man 1721 ein BĂźrgerbuch anlegte, das an und fĂźr sich nur Märkten und Städten erlaubt war. Ab 1815 nannten sich die Einwohner des Dorfes offiziell BĂźrger.
Im 18. Jahrhundert wurden die Ămter des Pflegers und des Richters von einer einzigen Person ausgeĂźbt, daneben wirkten aber auch noch ein Schreiber und ein Urbarverwalter. Von Landeck weiter entfernte Gerichtsgemeinden hatten eigene Verfachschreiber, welche aber ihre laufenden Aufzeichnungen an die Landecker Kanzlei schicken mussten. Als Bewohner eines Freigerichts war es den Untertanen erlaubt, gegen Entrichtung einer Steuer Gämsen und anderes Wild zu jagen.
In ganz Tirol hat man im Jahr 1754 staatliche Kreisämter als Aufsichtsorgane fßr die Gerichtsämter eingerichtet, das Gericht Landeck wurde dabei dem Kreisamt Oberinntal in Imst unterstellt. 1797 hat man die Burg Landeck als Gerichtssitz aufgelassen und ab 1840 in den Ansitz Gerburg in Perfuchs verlegt. Dieses Anwesen befand sich lange im Besitz der Familie StÜckl, die im 18. Jahrhundert eine Reihe von Richtern und Pflegern stellte.
Ab der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts begann sich die Bezeichnung Landeck fĂźr die bisher eigenständigen Orte Perfuchs und Angedair durchzusetzen, sodass 1811/12 bereits in amtlichen Dokumenten von âLandeckâ als Ortsbezeichnung die Rede ist. Um 1800 hatte Landeck eine Vorspannstation zum Arlberg und zum Vinschgau, war Sitz des Pflegers und eines Forst- und Mautamtes. Es gab zwei Ărzte, einen Chirurgen sowie zahlreiche Handwerker. Am 5. August 1809 kam es bei der Pontlatzer BrĂźcke sĂźdlich von Landeck wieder zu einem Gefecht gegen die Bayern. Infolge des Tiroler Freiheitskampfes wollten die Bayern ein grĂśĂeres Truppenkontingent Ăźber den Reschen in den Vinschgau schicken. Bei der Pontlatzer BrĂźcke wurde diese Armee aber in einen Hinterhalt gelockt und fast gänzlich aufgerieben.
1824 wurde die ArlbergstraĂe fertiggestellt, wodurch Landeck neben dem Landgericht, der Steuer- und Urbarverwaltung, dem Weggeldamt und dem Forstamt auch eine Poststation erhielt. Im Jahr 1836 passierten ca. 100.000 Zentner FrachtgĂźter Landeck, wozu noch ca. 4.000â5.000 Zentner Salz kamen. Der Statistiker Johann Jakob Staffler findet in seiner Landesbeschreibung Mitte des 19. Jahrhunderts lobende Worte Ăźber Landeck, obwohl Angedair nur 637 und Perfuchs nur 846 Einwohner hatte. Obwohl der Ort immer noch weder Markt noch Stadt war, wurde Landeck 1861 in die Kurie der Märkte und Städte aufgenommen. 1868 erfolgte die Aufstellung von Bezirkshauptmannschaften als erste Instanz der politischen Verwaltung. Landeck wurde Bezirkshauptort, obwohl es eine Ortschaft dieses Namens offiziell immer noch nicht gab.cite-ref-geschichtetirollandeck-7-2[7]
Mit dem Bau der Arlbergbahn wurde Landeck an das internationale Eisenbahnnetz angeschlossen. 1883 wurde das TeilstĂźck Innsbruck-Landeck erĂśffnet, im September 1884 war die gesamte Strecke fertiggestellt. Damit war eine wichtige Grundlage fĂźr die Entwicklung des westlichsten Tiroler Bezirks als Tourismushochburg gelegt. Die Bahn brachte nicht nur Arbeitsplätze fĂźr viele Eisenbahner (800), die vor der Elektrifizierung der Strecke zum Betrieb notwendig waren, sondern stellte die Grundlage fĂźr die touristische ErschlieĂung des Bezirks dar und brachte auch einen Industrialisierungsschub:
Rund um die Jahrhundertwende entstanden im Ortsteil Bruggen eine groĂe Textilfabrik mit hunderten Arbeitskräften und in Angedair eine Karbidfabrik, die ein sehr groĂes Areal beanspruchte. Mit dem Bau der Volksschule und der Sicherung der Wasserversorgung trug man dem groĂen BevĂślkerungswachstum Rechnung.
1900â1945
Im Jahr 1900 wurde der längst ßberfällige Schritt gesetzt: Die bisher selbstständigen Gemeinden Perfuchs (Landeck links des Inn mit den heutigen Ortsteilen Perfuchs, Perfuchsberg, Bruggen und Perjen) und Angedair (Landeck rechts des Inn) wurden zur neuen Gemeinde Landeck vereinigt. Diese wurde 1904 zum Markt erhoben, 1923 wurde die Ortschaft zur Stadtgemeinde erhoben.
Die Zwischenkriegszeit brachte mit dem Bau der BĂźrgerschule (heute Neue Mittelschule, eingeweiht 1928), die vom berĂźhmten Architekten Clemens Holzmeister geplant wurde, der Errichtung des Sportplatzes (1935) und eines groĂen Schwimmbades in Perjen (1925), der ErĂśffnung des Kinos des katholischen Arbeitervereins mit den Fresken des bekannten Malers Erich Torggler (1928), der ErĂśffnung einer Sprungschanze auf der Trams (1934) und dem Bau einer Kaserne (eingeweiht 1937) eine deutliche Verbesserung der städtischen Infrastruktur.cite-ref-17[17]
Allerdings geriet das Gemeindebudget dadurch vĂśllig aus dem Ruder, in den 1930er-Jahren war die Gemeinde schlieĂlich auĂerstande, den Schuldendienst zu bedienen. Politisch gab es heftige Auseinandersetzungen zwischen den dominierenden Christlich-Sozialen und den Sozialdemokraten, welche sich auf die vielen Eisenbahner und die Arbeiter der zwei groĂen Fabriken stĂźtzen konnten. Ab Anfang der 1930er-Jahre erlebten dann die Nationalsozialisten einen starken Aufschwung, die mit Edmund Christoph und Heinrich Zechmann Ăźber rege Agitatoren verfĂźgten. Weil Sozialdemokraten, Deutschnationale und Nationalsozialisten den Gemeinde- und Stadtrat durch ihren Auszug lahmlegten, kam es am 30. April 1933 zu Gemeinderatswahlen (den letzten demokratischen in der Ersten Republik fĂźr ganz Ăsterreich), die mit einem Erdrutschsieg der NSDAP endeten. Diese wurde mit 37,61 % stärkste Partei, nur durch den Losentscheid blieb Landeck vorerst ein nationalsozialistischer BĂźrgermeister erspart.cite-ref-18[18]
Im âStändestaatâ verbesserte sich die Ăśkonomische Lage nicht. Das Gastgewerbe war von der 1000-Mark-Sperre schwer getroffen, die Bauern kämpften mit massiv gesunkenen Preisen, die Gewerbetreibenden mit massiven UmsatzeinbrĂźchen, und die zwei groĂen Industriebetriebe reagierten auf die schwache Nachfrage mit starkem Beschäftigtenabbau und Kurzarbeit. Finanziell hatte die Gemeinde durch die groĂen Investitionen in die Infrastruktur jeglichen Handlungsspielraum verloren und wurde unter Aufsicht der Tiroler Landesregierung gestellt. In Verkennung des wahren Charakters des Nationalsozialismus wurde der âAnschlussâ von groĂen Teilen der BevĂślkerung begeistert begrĂźĂt. Das FĂźhrerprinzip wurde auch auf der lokalen Ebene konsequent umgesetzt: Der BĂźrgermeister besaĂ diktatorische Vollmachten und musste letztlich auf den Beirat, der ihm nur beratend zur Seite stand, keinerlei RĂźcksicht nehmen. Den neuen Machthabern gelang es sehr rasch, die drĂźckende Arbeitslosigkeit zu beseitigen. Die wahren HintergrĂźnde dieses âErfolgsâ â massive AufrĂźstung und hemmungslose Schuldenpolitik, die letztlich von den Opfern der aggressiven AuĂen- und Kriegspolitik finanziert werden sollte â waren den wenigsten Menschen klar.
In der NS-Zeit wurden die jĂźdischen MitbĂźrger wie Edmund Gansl, der ein Modegeschäft betrieben hatte, vertrieben und die benachbarte Gemeinde Zams eingemeindet. Durch die Ănderung einer Reihe von StraĂen- und Platzbezeichnungen sollte der Bruch mit der Vergangenheit deutlich zum Ausdruck gebracht werden. Die Nationalsozialisten errichteten eine Reihe von sozialen Wohnanlagen und groĂe SĂźdtirolersiedlungen sowohl in Landeck als auch in Zams. Unter dem aus dem âAltreichâ stammenden BĂźrgermeister Hermann Bursian wurde ab dem Herbst 1939 ein rabiat antikirchlicher Kurs gefahren. Dieser siedelte das Rathaus im Pfarrwidum an und ging gerichtlich auch gegen das Kapuzinerkloster in Perjen vor. Es kam zur Enteignung zahlreicher GrundstĂźcke fĂźr den Kasernenausbau, Bursian wälzte auch Pläne fĂźr eine Ăźberaus groĂzĂźgige Friedhofserweiterung. Im ganzen Talkessel entstanden Luftschutzbunker, die vor allem von hunderten Kriegsgefangenen errichtet wurden. GroĂe Lager, in denen Kriegsgegner festgehalten wurden, befanden sich auf dem Kasernengelände, in der Perfuchsberger Au und in Perjen (letzteres fĂźr Russen).cite-ref-19[19]
1945â2000
Nach dem Krieg befand sich fĂźr einige Monate auf dem Kasernengelände eines der grĂśĂten Lager fĂźr Displaced persons in Tirol.
Im Schentenanwesen wurde ein Rathaus fĂźr die städtische Gemeindeverwaltung errichtet und der Pfarrwidum wieder an die Kirche zurĂźckgegeben. In unmittelbarer Nachbarschaft zum Rathaus entstanden nebeneinander an der InnstraĂe aufgefädelt die Bezirkszentrale fĂźr das Rote Kreuz, das Gesundheits- und das Arbeitsamt, die Forstinspektion und die Landwirtschaftskammer fĂźr den ganzen Bezirk, das Finanzamt fĂźr Westtirol und das Bezirksgendarmeriekommando, abgeschlossen von der schon vor dem Ersten Weltkrieg am Beginn der Herzog-Friedrich-StraĂe erbauten Bezirkshauptmannschaft. Die Stadt erlebte in den 1950er- und 1960er-Jahren ein sehr starkes Wachstum, als vor allem auf der âĂdâ in Angedair zahlreiche groĂe Wohnanlagen entstanden.
Im Stadtzentrum kaufte die Gemeinde das Hotel âGoldener Adlerâ an, schleifte es in der Folge und errichtete an Ort und Stelle den Stadtplatz. Dem starken BevĂślkerungswachstum auch im Stadtteil Perjen wurde mit der Errichtung einer eigenen Volksschule Rechnung getragen; ebenfalls in diesem Stadtteil wurde das Gymnasium angesiedelt. Unter dem langjährigen BĂźrgermeister Anton Braun wurde das bereits erwähnte zentrale Feuerwehrhaus errichtet, ferner ein zeitgemäĂes Altersheim, umfangreiche BaumaĂnahmen an der Volksschule Angedair und am SchĂźlerheim gesetzt, und die Neuerrichtung der Gerber-, Burschl- und Perjener BrĂźcke in Angriff genommen.
In den 1970er-Jahren wurde die Verkehrsbelastung fĂźr die Stadt aufgrund ihrer Knotenlage im Nord-SĂźd- bzw. West-Ost-Verkehr unerträglich, als sich vor allem in der Haupturlaubszeit die Blechlawinen im Schritttempo durch die Stadt bewegten. Eine wesentliche Entlastung brachte die Errichtung eines Tunnels nĂśrdlich der Stadt (Perjentunnel 1986), durch den der Verkehr Richtung Arlberg umgelenkt wurde. Der Verkehr in Richtung SĂźden fĂźhrt seit dem Jahr 2000 durch den Landecker Tunnel an der Stadt vorbei und berĂźhrt das Landecker Gemeindegebiet Ăźberhaupt nicht mehr. Freilich hat durch diese Verkehrsentlastung Landecks Rolle als Zentraler Ort gelitten, weil sich fĂźr einen beträchtlichen Teil der Bewohner des Bezirks die Entfernung zur konkurrierenden Bezirkshauptstadt Imst deutlich verringert hat. Aufgrund der Umfahrungen konnte nun auch der innerstädtische Verkehr vĂśllig neu gelenkt und die zentrale MalserstraĂe attraktiver gestaltet werden.
Unter Reinhold Greuter, dem ersten direkt gewählten BĂźrgermeister der Stadt Landeck, wurde im Schenten der Stadtsaal errichtet, eine groĂe Tiefgarage gebaut und mit einer FuĂgängerbrĂźcke eine neue Verbindung zwischen Perfuchs und Angedair geschaffen. Zumal die Textilfabrik in Bruggen einen groĂen Teil der Produktionsanlagen aufgab, konnte dort fĂźr 27 Dienstleistungsunternehmen das Innovationszentrum Lantech entstehen. In unmittelbarer Nähe siedelte sich im Jahr 1998 die Handelsakademie (1990 in Perjen installiert) und Handelsschule an, zu der sich im Jahr 2003 auch noch eine HĂśhere Lehranstalt fĂźr Wirtschaftliche Berufe gesellte.cite-ref-20[20]
Landeck im 21. Jh.
Standen der Stadt bis ins Jahr 1998 durchwegs BĂźrgermeister der ĂVP vor, so amtierte seit diesem Jahr Engelbert Stenico von der SPĂ, der am 18. November 2012 starb. Stenico hatte sich vor allem mit seinem intensiven Einsatz fĂźr soziale Belange auch Ăźberregional einen Namen gemacht und sich fĂźr die Einrichtung eines Asylwerberheims in der Kaifenau engagiert, in dem seitdem rund 70 Menschen untergebracht sind. Besonders kritisiert wurde von vielen Einwohnern aber die Art der Verbauung des Wienerwaldareals im Stadtzentrum. Bei den BĂźrgermeisterwahlen am 3. März 2013 setzte sich dann mit Wolfgang JĂśrg wieder der Kandidat der ĂVP durch.
Im Herbst 2014 startete in Landeck-Bruggen das sechssemestrige Bachelorstudium fĂźr âWirtschaft, Gesundheit und Sporttourismusâ in Kooperation mit der Universität Innsbruck und der UMIT.cite-ref-21[21] Die Studierenden, derzeit (Juni 2022) 179, werden auf leitende, planende, analysierende und beratende Tätigkeiten in Betrieben der Tourismus- und Freizeitwirtschaft vorbereitet.cite-ref-22[22] Im Herbst 2019 startete das âMasterstudium in nachhaltiger Regional- und Destinationsentwicklungâ. Nur die praxisorientierten Wahlfächer fĂźr die aktuell (Juni 2022) 74 Studierenden werden in Landeck angeboten, 80 % der Lehrveranstaltungen finden in Hall an der UMIT und an der Universität Innsbruck statt.cite-ref-23[23]
Das Karbidwerk der Donau Chemie mitten in Landeck gilt als Seveso-III-Betrieb, der gefährliche und explosive Stoffe gelagert hat. Nach den vom Tiroler Landtag im November 2014 beschlossenen Richtlinien mĂźssen um derartige Betriebe Sicherheitszonen errichtet werden, was fĂźr die Bewohner in Landeck massive Einschränkungen zur Folge gehabt hätte. Die Schutzzone wurde schlieĂlich aber auf das Gelände der Donau Chemie, den Bahndamm und den Teil eines NachbargrundstĂźcks beschränkt. Das Werk musste 500.000 Euro fĂźr den Schutz vor Chlorgas investieren.cite-ref-24[24]
Der Gemeinderat sprach sich im Jahr 2015 einstimmig gegen eine Beteiligung am geplanten Sannakraftwerk aus.cite-ref-25[25]
Bei den Gemeinderatswahlen vom 28. Februar 2016 errang die ĂVP die absolute Mehrheit, Wolfgang JĂśrg erzielte mit 78,78 % bei der BĂźrgermeisterdirektwahl den hĂśchsten jemals in Landeck erzielten Wert. Die Sozialdemokraten erlitten eine schwere Niederlage und erhielten den niedrigsten Stimmenanteil der Zweiten Republik.cite-ref-26[26]
Am 10. September 2016 ereignete sich in der benachbarten Gemeinde Grins ein Murenabgang aufgrund eines Hagelunwetters. Durch das Murenmaterial des MĂźhl- und Lattenbaches wurde die Sanna aufgestaut, worauf es im Bereich von Grins und Landeck zu Ăberflutungen kam. Es musste Zivilschutzalarm ausgelĂśst werden, weil ein gewaltiger Wasserschwall in Folge des RĂźckstaus der Sanna nicht mehr ausgeschlossen werden konnte. Die Sanna war durch das Naturereignis auf Landecker Gemeindegebiet komplett trockengelegt worden.cite-ref-27[27] Bei den Sicherungs- und Aufräumarbeiten kamen mehr als 400 Feuerwehrleute zum Einsatz. Von den Muren war entlang der Sanna GerĂśll in einer HĂśhe von bis zu fĂźnf Meter aufgeschĂźttet worden.cite-ref-28[28]
In den Jahren 2017 und 2018 wurde die Volksschule Angedair umgebaut und revitalisiert. Das Bestandsgebäude blieb erhalten und wurde an die neuen schulischen Anforderungen angepasst. Der Gebäudeteil mit dem Bewegungsraum wurde abgerissen und die entstandene Lßcke durch einen Zubau bis auf die TraufenhÜhe geschlossen. Als neuer Anbau entstand auf der Hofseite ein Turnsaal, der um ein Geschoà in das Gelände versenkt wurde.cite-ref-29[29]
BĂźrgermeister JĂśrg erklärte Ăźberraschend seinen RĂźcktritt mit 31. Mai 2020. Als AuslĂśser nannte er die Verurteilung durch das Landesverwaltungsgericht wegen der illegalen Beschäftigung von Asylwerbern im Jahr 2015 bei der Venet Bergbahnen AG.cite-ref-30[30] Während der Coronakrise ab dem März 2020 war der Bezirk Landeck der Ăśsterreichische Hotspot, Ăźber das Paznauntal mit der Tourismushochburg Ischgl und den Wintersportort St. Anton musste die Landesregierung bereits vom 13. März bis 22. April eine Quarantäne verhängen.cite-ref-31[31] Der Budgetvoranschlag der Stadtgemeinde fĂźr 2021 stand ganz im Zeichen der Coronakrise: Einnahmen von 29,4 Millionen Euro standen Ausgaben von 32,6 Millionen gegenĂźber, womit nach AuflĂśsung von RĂźcklagen ein Abgang in der HĂśhe von 1,6 Millionen Euro zu erwarten war, was den neugewählten BĂźrgermeister Herbert Mayer von einer prekären Situation sprechen lieĂ: âEs ist Feuer am Dach. (âŚ) Das Wasser steht uns bis zum Hals.âcite-ref-32[32] Dieser Budgetentwurf sollte sich allerdings als zu pessimistisch erweisen, der Abgang betrug schlieĂlich 480.700 Euro.
Aufgrund mehrerer FelsstĂźrze auf die BundesstraĂe sĂźdlich von Landeck wurden im FrĂźhjahr 2020 Bauarbeiten fĂźr die 772 m lange Schlossgalerie gestartet. Anfang Juni kam es zu einem weiteren groĂen Felssturz, allein fĂźr die Räumung des Quarzphyllit zwischen Fahrbahn und Inn wurden Kosten in der HĂśhe von 700.000 Euro veranschlagt, auf die Stadtgemeinde Landeck entfielen 142.000 Euro.cite-ref-33[33] Insgesamt summierten sich die Kosten auf 35 Millionen Euro. Die StraĂensperre zog massive Verluste fĂźr den Handel in der Bezirkshauptstadt nach sich. Erst am 11. Dezember 2021 konnte der Verkehr einspurig wieder aufgenommen werden, fĂźr die Fahrt von Landeck in das Obere Gericht war aber weiterhin der Umweg Ăźber die SĂźdumfahrung durch den Landecker Tunnel nĂśtig. Ab September 2022 erfolgte dann die Umstellung auf eine Ampelregelung. Die Freigabe des Tunnels erfolgte am 6. Oktober 2022.
GrĂźne und FPĂ kĂźndigten zu Jahresende 2021 an, bei den Gemeinderatswahlen am 27. Februar 2022 in der Bezirkshauptstadt nicht mehr anzutreten. Die SPĂ verzichtete erstmals seit 1919 auf die Aufstellung einer sozialdemokratischen Parteiliste und initiierte die Liste âZukunft Landeck â sozialdemokratisch und parteifrei.â Die ĂVP behielt mit 10:9 im Gemeinderat knapp die Mehrheit. Als BĂźrgermeisterkandidat ging Mathias Niederbacher gegen den amtierenden BĂźrgermeister Herbert Meyer von der ĂVP ins Rennen. Der Amtsinhaber setzte sich mit 55,06 % durch.
Wegen der geplanten Schlägerung von 56 Bäumen im Burschl gab es im FrĂźhjahr 2022 kritische Stimmen; eine ĂberprĂźfung bestätigte den schlechten Zustand des Waldes, worauf die Arbeiten im September durchgefĂźhrt wurden. Unmittelbar darauf erfolgte die Wiederaufforstung mit einer dĂźrreresistenten Flora, 30 Eichen, Linden und Vogelkirschen.cite-ref-34[34]
Im Oktober 2022 wurde bekannt, dass die Linz Textil ihren Standort in Landeck mit März 2023 aufgrund der hohen Energiekosten schlieĂen wird. FĂźr die 70 Beschäftigten der modernsten Baumwollspinnerei Europas, in der jährlich 1.800 Tonnen Garne hergestellt wurden, kĂźndigte man einen Sozialplan an.cite-ref-tirol-orf-linz-textil-35-0[35]
Die Feiern anlässlich â100 Jahre Stadt Landeckâ wurden in einem wĂźrdigen Rahmen begangen: Am 7. Juli 2023 gab es einen groĂen Festumzug der Landecker Vereine, an dem 750 Personen teilnahmen. Der Festakt fand nach einem landesĂźblichen Empfang am 8. Juli im Stadtsaal statt.
Seit dem Jahr 2018 häuften sich negative Meldungen Ăźber die Venet Bergbahnen AG. Die drei Aktionäre einigten sich auf ein 2,5 Mill. ⏠schweres Investitionspaket, das politisch sehr umstritten war. Dem Unternehmen konnte dann aber im Sommer 2020 nur mit einer kräftigen Finanzspritze das weitere Ăberleben gesichert werden. Der Tourismusverband West, die Gemeinden Zams und Landeck ermĂśglichten die WeiterfĂźhrung des Betriebs, wobei auf die Bezirkshauptstadt nach einer erfolgreichen Beschwerde der SPĂ bei der Gemeindeabteilung der Bezirkshauptmannschaft 330.000 Euro (statt 495.000) entfielen, weil der finanzielle Polster fĂźr kĂźnftige Betriebsabgänge nicht genehmigt wurde.cite-ref-36[36] Der Betriebsabgang betrug in der Saison 2021/22 insgesamt 600.000 âŹ, davon musste die Stadtgemeinde 294.000 ⏠abdecken, also um 129.000 Euro mehr als im finanziellen Polster ursprĂźnglich vorgesehen worden wäre. Der erst im Jahr 2019 in Betrieb genommene Venetbob, eine Investition von 1,4 Millionen, wurde eingestellt. Im November 2022 mussten die EigentĂźmer weitere 1,5 Mill. ⏠zuschieĂen, davon 766.000 durch die Stadt Landeck, die hierfĂźr ein auf zehn Jahre rĂźckzahlbares Darlehen aufnahm. 837.000 ⏠deckten ausbleibende Corona-Hilfen des Bundes ab, mit 300.000 ⏠wurde die Liquidität fĂźr den Winterbetrieb abgesichert, 411.000 ⏠entfielen auf das 2018 beschlossene Investitionspaket. Wegen eines Defekts an der Steuerung und fehlender Ersatzteile konnte die Venet-Gondelbahn in der Wintersaison 2022/23 nicht in Betrieb genommen werden. Der Betriebsabgang in der HĂśhe von 440.000 Euro musste wieder von den drei Aktionären abgedeckt werden, auf die Stadt Landeck entfielen 180.000 Euro. Der sĂźdseitige Sessellift wurde im Sommer 2023 nicht in Betrieb genommen. Am 14. Juli 2023 stellte das PlanungsbĂźro Klenkhart & Partner Consulting den Gemeinderäten von Landeck und Zams drei mĂśgliche Varianten vor: Komplettabbau, Teilabbau von Liften oder Neubau einer Umlauf- oder Pendelbahn.cite-ref-37[37] Am 4. August 2023 musste die Pendelbahn auf den Krahberg wegen eines technischen Defekts in der Signalsteuerung den Betrieb einstellen. Zwar konnte die Seilbahn am 17. August wieder den Betrieb aufnehmen, musste ihn in mit 1. September nach neuerlichen Problemen aber wieder einstellen. Zur Sicherung der Liquidität wurde neuerlich ein Zuschuss in der GrĂśĂenordnung von 660.000 Euro verlangt.cite-ref-38[38] Zudem war fĂźr die Sicherung des abgespeckten Winterbetriebes (Rifenal und Weinbergbahn) ein weiterer Zuschuss in der HĂśhe von 900.000 Euro nĂśtig. Der Zuschuss fĂźr den Winterbetrieb 2023/24 wurde zwar vom Gemeinderat von Zams einstimmig genehmigt, in Landeck aber nur mehr mit einer 10:9-Mehrheit (gegen die SPĂ). Der Winterbetrieb musste bereits Ende Februar 2024 eingestellt werden,cite-ref-39[39]cite-ref-40[40]
Am 25. April 2024 wurde eine groĂe Weichenstellung vorgenommen: Die Gemeinderäte von Zams (einstimmig), Landeck 15:4) und der Tourismusverband TirolWest stimmten dem Einstieg der Pletzer-Gruppe in die Venet Bergbahnen zu. Mit 1. Mai stieg demnach die Pletzer Gruppe mit 80 % als neuer MehrheitseigentĂźmer ein, Landeck und Zams halten jeweils 8 %, der TVB 4 %. Eventuelle Abgänge sind kĂźnftig von der Pletzer-Gruppe zu tragen, die eine Bestandsgarantie fĂźr 20 Jahre abgab. Die Altlasten bis 30. April, zwischen 1,1 und 1,3 Millionen, mĂźssen die AlteigentĂźmer tragen. Zudem beteiligen sie sich an den nĂśtigen Investitionen mit 10,5 Millionen ⏠(4 Landeck, 4 Zams, 2 TVB).cite-ref-41[41]
Allein in den Jahren 2022/24 hatten die drei Eigentßmer in den maroden Betrieb mehr als 4 Mill. ⏠zugeschossen, hinzu kamen fehlgeleitete Investitionen wie der Venetbob mit 1,47 Mill., der im Jahr 2022 nach nur dreijähriger Laufzeit eingestellt werden musste.
Nachdem im Sommer 2024 die Weinberg- und Rifenbahn modernisiert worden waren, traten im Herbst laut Pletzer-Gruppe âwieder sehr unangenehme Ăberraschungen, die aufwendige NachrĂźstarbeiten notwendig machenâ, auf. Die zunächst fĂźr 6.12., dann fĂźr 20./21. Dezember 2024 angekĂźndigte ErĂśffnung des Winterbetriebs musste auf 26./27. Dezember 2024 verschoben werden.cite-ref-42[42] Schon zuvor musste die Ăffentlichkeit informiert werden, dass die als neuer Zubringer geplante Einseilumlaufbahn mit modernen Zehnergondeln aufgrund der Windsituation und Problemen mit GrundeigentĂźmern nicht mehr in Frage kam. Entlang der bereits bestehenden Trasse sollte nach MĂśglichkeit im FrĂźhjahr 2025 mit dem Bau einer neuen Pendelbahn begonnen werden.cite-ref-43[43]
Fast zeitgleich wurde bekannt, dass das Freibad in Perjen die Sommersaison mit einem Abgang von 130.000 Euro abgeschlossen hatte. FĂźr in den Jahren 2026 und 2027 geplante Instandhaltungsarbeiten wurden im mittelfristigen Finanzplan 900.000 Euro vorgesehen. BĂźrgermeister Herbert Meyer sprach daher in diesem Zusammenhang von âeinem kleinen Venetâ.cite-ref-44[44]
BevĂślkerungsentwicklung
EinwohnerJahr100020003000400050006000700080001860189019201950198020102040EinwohnerEinwohnerentwicklung von Landeckmw-chart-f3534c47b39f19f740163e7f81c647975aebd1ea83128c2abd2df52d1aa5ef7d2975220b698721acb3b7f91f36a1a84ffa2f27dccf273a0e562f71d2b1b63f97-zr2960589-c0
Im Gegensatz zu den anderen Bezirkshauptorten im Westen Tirols wie Imst oder Reutte entwickelte sich die BevÜlkerungszahl in den letzten Jahren rßckläufig: Vom HÜchststand von 7.828 Einwohnern im Jahr 2014 auf 7.711 im Jahr 2025, ein Verlust von 1,5 %.
Kultur und SehenswĂźrdigkeiten
Dialekt
Aufgrund der starken Zunahme der Mobilität, Migrationsbewegungen Nichtdeutschsprachiger, der Intensität des Tourismus, der leichten Zugänglichkeit zu Massenmedien und des starken Bedeutungsverlusts der Landwirtschaft hat es in der Alltagskonversation im Landecker Raum in den letzten Jahrzehnten deutliche Veränderungen gegeben.
Bauwerke
Siehe auch:
Liste der denkmalgeschĂźtzten Objekte in Landeck
⢠Burg Landeck sĂźdlich der Stadt auf einer Kuppe. UrsprĂźnglich wurde das âSchlossâ als landesfĂźrstliche Gerichtsburg im 4. Viertel des 13. Jahrhunderts erbaut, die erste urkundliche Erwähnung erfolgte im Jahr 1296. Die LandesfĂźrsten vergaben die Burg aus finanziellen GrĂźnden als Pfandlehen weiter, zum Beispiel von 1518 bis 1549 an die Burg Schrofenstein oder von 1549 bis 1705 an das Geschlecht der Gienger. 1840 wechselte der Gerichtssitz dann in einen ehemaligen Ansitz in der Herzog-Friedrich-StraĂe, und die Burg wurde eine Kaserne.
1942 kaufte die Stadt Landeck das Schloss, worauf die Restaurierung und zeitgemäĂe Gestaltung von 1967 bis 1973 zum Bezirksmuseum Landeck erfolgte.cite-ref-dehio-t-45-0[45]
Das Heimatmuseum wurde Anfang des 21. Jahrhunderts vĂśllig neu konzipiert. Thema der Dauerausstellung im Schloss: Migration im Oberland
⢠Pfarrkirche Landeck-Mariä Himmelfahrt: Ein spätgotischer Bau basilikaler Form erhĂśht am SĂźdostrand der Stadt unterhalb von Schloss Landeck, im Jahr 1266 in Trient erstmals urkundlich erwähnt, mit Friedhof mit Herz-Jesu-Kapelle und Totenkapelle.cite-ref-dehio-t-45-1[45] Zu den wertvollsten Elementen der Innenausstattung gehĂśren der spätgotische Schrofensteineraltar, der spätgotische Totenschild Oswalds von Schrofenstein, ein groĂer Renaissance-Totenschild und eine romanische Muttergottes. Bei Ausgrabungen ab dem Jahr 2012 wurden die Reste einer frĂźhchristlichen (5. bis 7. Jahrhundert) sowie Spuren einer frĂźhmittelalterlichen, zweier romanischer (8.â10. Jh.) und einer gotischen Vorgängerkirche (13. Jh.) gefunden.cite-ref-46[46] Entdeckt wurden auch Silberringe mit christlichem Kreuz, ein Reitersporn aus Bronze und eine Halskette mit vergoldeten HĂźlsen aus frĂźhchristlicher Zeit, zudem zahlreiche romanische Freskenreste. Auch das vermutliche Grab des Kirchenstifters Oswald von Schrofenstein wurde gefunden. Unter dem Kirchenboden befanden sich fĂźnf weitere BĂśden, die ältesten Spuren der Urkirche datieren aus dem Jahr 430: Verkohlte Holzreste im Umfeld des alten Taufbeckens, deren Alter mit der C14-Methode bestimmt wurde.cite-ref-47[47] Die erste Kirche, eine spätrĂśmische Saalkirche, wird in die Zeit zwischen 430 und 480 datiert. Sie ist schon um ca. 500 um eine Apsis mit einer groĂen Priesterbank und einer Taufkapelle erweitert worden, von welcher die Fundamente und das frĂźhchristliche Taufbecken erhalten geblieben sind. Es muss somit schon im 5. Jahrhundert eine relativ groĂe christliche Gemeinde bestanden haben, die an der bekannten Via Claudia Augusta gelegen ist. Die Priesterbank bot Platz fĂźr 5â7 Geistliche, weshalb die Vermutung nahe liegt, dass die Kirche mit einem Kloster verbunden war, wie dies auch in Säben, dem ersten Tiroler Bischofssitz, der Fall war.cite-ref-auto-8-1[8]
⢠Pfarrkirche Hl. Joseph Opifex in Bruggen, erbaut in den 1960er-Jahrencite-ref-dehio-t-45-2[45]
⢠Die ehemalige Kapuzinerkirche und Pfarrkirche Landeck-Perjen.cite-ref-dehio-t-45-3[45] Die Kapuziner haben das Kloster im Jahr 2007 aufgrund des fehlenden Ordensnachwuchses verlassen.cite-ref-48[48]
⢠Burschlkirche Hll. Sebastian, Rochus und Pirmin auf dem Burschl, eine Pestkirche aus dem 17. Jahrhundertcite-ref-dehio-t-45-4[45]
⢠Kapelle Hl. Johannes Nepomuk in Bruggencite-ref-dehio-t-45-5[45]
⢠Kapelle Hl. Johannes Nepomuk gegenßber Schloss Landeckcite-ref-dehio-t-45-6[45]
⢠Innbrßcke der Arlbergbahn, 1884 und 1904 als Stahlfachwerkbrßcke errichtet, 2009 als Bogenbrßcke erneuert
Musik
Das Musikfestival Horizonte Landeck veranstaltet ganzjährig Konzerte ausgehend von Klassischer Musik bis Crossover und Jazz, bei dem namhafte PersĂśnlichkeiten â u. a. Solisten der Wiener Philharmoniker â gastierten.cite-ref-49[49] Neben dem Stadtsaal ist das neu renovierte Alte Kino in der Landecker Innenstadt ein wichtiger Veranstaltungsort kultureller Ereignisse. Vor allem lokale Bands, aber auch bekannte Musiker wie der Tiroler Manu Delago treten dort auf.
Einen weiteren wichtigen Beitrag zum Kulturleben leisten die beiden Landecker Blasmusikkapellen. Die Stadtmusikkapelle Landeck spielt symphonische Blasmusik auf hohem internationalem Niveau, was erfolgreiche Teilnahmen an Wettbewerben beweisen. Die Stadtmusikkapelle Landeck-Perjen setzt mit ihren Showkonzerten Akzente. Unter der Leitung von Hermann Delago entwickelte sich die Stadtmusikkapelle Landeck-Perjen zu einer der erfolgreichsten modernen Blasmusikkapellen in ganz Ăsterreich. Das Maikonzert zählt zu den beliebtesten Konzerten im ganzen Talkessel.
Das Landecker Stadtfest Ende Juli besuchen regelmäĂig etwa 9000 Personen.
Im 2005 komplett renovierten Schloss Landeck finden ebenfalls Konzerte und Ausstellungen statt. Dort befindet sich auch das Landecker Heimatmuseum, die Dauerausstellung widmet sich dem Thema Migration im Tiroler Oberland.
Sport
Beim internationalen Schrofensteinturnier der Kegler nehmen jedes Jahr um die 40 Mannschaften aus mehreren Nationen teil.
Die 1934 auf der Trams oberhalb von Landeck gebaute Sprungschanze war eine der grĂśĂten des Landes. Der Skiklub Landeck, der 1908 gegrĂźndet wurde, setzt in der Jugendarbeit Akzente.cite-ref-50[50]
Ein traditionsreicher FuĂballklub ist der SV Landeck, Ăźber viele Jahre in der Tiroler Liga (vor der EinfĂźhrung der Regionalliga West dritthĂśchste, dann vierthĂśchste Leistungsklasse) und in der Landesliga West (fĂźnfthĂśchste Leistungsklasse, seit 2023/24 sechsthĂśchste) vertreten. Dieser musste am Ende der Saison 2011/12 nach einer 1:2-Niederlage gegen den Lokalrivalen Zams den Gang in die Gebietsliga West (damals sechsthĂśchste Leistungsklasse) antreten.cite-ref-51[51] Mit dem Ende der Saison 2015/16 stieg man gar in die Bezirksliga West (damals siebthĂśchste Ăśsterreichische Leistungsklasse) ab. Der Traditionsklub aus dem Oberland wurde in der Saison 2017/18 Meister der Bezirksliga West und 2018/19 Meister der Gebietsliga West und stieg damit wieder in die Landesliga West auf.
Wirtschaft und Infrastruktur
GrĂśĂter Arbeitgeber im Talkessel ist das Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern in Zams mit 989 Beschäftigten (Stand 2023), in dem die BevĂślkerung der zwei westlichen Tiroler Bezirke Landeck und Imst medizinisch versorgt wird. Im Jahr 2023 wurden 199.000 Patienten ambulant und 22.000 stationär aufgenommen. In der Bezirkshauptstadt ist der Ăffentliche Dienst ein wichtiger Arbeitgeber, allein in der Bezirkshauptmannschaft gibt es ca. 100 Arbeitsplätze, auf dem Bezirksgericht rund 20. Wichtige Arbeitgeber sind auch die Schulen, die Stadtgemeinde Landeck, das Finanzamt Landeck-Reutte, das fĂźr die drei westlichen Tiroler Bezirke zuständig ist. Die Pontlatzkaserne in Landeck ist die einzige Garnison zwischen Bludesch und Innsbruck. Sie gilt vor allem bei Assistenzeinsätzen und der Katastrophenhilfe als wichtige logistische Drehscheibe. Es sind dort 245 Soldaten der 1. Jägerkompanie des Jägerbataillons 6 und der 2. Jägerkompanie des Jägerbataillons 23 stationiert, davon 170 Grundwehrdiener.cite-ref-52[52] Der Standort ist gesichert, bis 2028 werden 25 Mill. ⏠investiert, die vor allem in die Neuerrichtung des Wirtschaftsgebäudes samt KĂźche und Speisesaal und der Wärmeerzeugung flieĂen. Die Einfahrt wird neu errichtet, die Zufahrt verlegt.cite-ref-53[53]
Landeck war im 19. und 20. Jahrhundert ein bedeutendes Zentrum der Textilindustrie. Im Jahr 1940 standen nicht weniger als 800 Mitarbeiter auf den Lohnlisten der 1901 gegrĂźndeten Textilfabrik in Bruggen. Bis 1993 wurde der Mitarbeiterstab sukzessive auf 230 reduziert. 2020 arbeiteten in der 3.000 m² groĂen Halle nur mehr 91 Beschäftigte im Vierschichtbetrieb. Pro Jahr wurden 1.800 Tonnen Baumwollgarne gewonnen, die zur Herstellung von Baumwollbekleidung, Bettwäsche, Bade- und HandtĂźchern verwendet wurden. Im Oktober 2022 wurde die SchlieĂung des Werks mit März 2023 bekannt gegeben und ein Sozialplan fĂźr die 70 Beschäftigten angekĂźndigt. Aufgrund der sehr hohen Energiekosten sei man gegenĂźber der asiatischen Konkurrenz nicht mehr wettbewerbsfähig.cite-ref-tirol-orf-linz-textil-35-1[35]
Das Karbidwerk der Donau Chemie AG produziert Calciumkarbid fĂźr die Acetylengasherstellung (zum Beispiel beim SchweiĂen), die Stahl- und Roheisenentschwefelung und die GieĂereiindustrie. Die maximale Produktionskapazität pro Jahr liegt bei 38.000 Tonnen. Der benĂśtigte Strom wird vom Kraftwerk Wiesberg bezogen, das 1901 in Betrieb ging. Dieses erzeugt pro Jahr 77 Millionen kWh Strom und hat eine HĂśchstleistung von 17 MW. Derzeit (2020) werden 80 Mitarbeiter beschäftigt.cite-ref-54[54] Ab dem Jahr 2024 wird das im Betrieb anfallende Kohlendioxid in vier Tanks (fĂźr jeweils 200 Tonnen) gesammelt und vom Energiegaserzeuger Messer Austria veredelt und in der Region verkauft. Da zudem das betriebseigene Kraftwerk in Wiesberg einen Wettbewerbsvorteil darstellt, gilt das Werk Landeck als langfristig abgesichert.cite-ref-55[55]
Sehr stark an Bedeutung als Arbeitgeber verloren hat die ĂBB. Anfang der 1920er-Jahre waren am Landecker Bahnhof noch rund 800 Eisenbahner beschäftigt, mit der Elektrifizierung wurde der Personalstand auf die Hälfte reduziert. In den 1970er-Jahren hatte der Bahnhof immer noch rund 200 Mitarbeiter.
Der Handel, der in Landeck aufgrund der verkehrsgĂźnstigen Lage traditionell stark vertreten war, hat sehr stark an Bedeutung verloren. Die ursprĂźnglich vor allem in der MalserstraĂe ansässig gewesenen Familienbetriebe sind fast alle verschwunden. In den letzten zehn Jahren siedelten sich in der Innenstadt und im Stadtteil Bruggen wieder verstärkt neue Handelsunternehmen und Fachgeschäfte an, allerdings fast durchwegs Filial- anstelle der lange Zeit dominierenden Familienbetriebe. Die Interessen der städtischen Handelsbetriebe werden von der âLeistungsgemeinschaftâ vertreten, welche die Funktionalität der Innenstadt sichern und den Kaufkraftabfluss in andere Bezirke verringern mĂśchte. Die Kaufleute von Landeck und Zams finanzieren nicht nur das jährliche Weihnachtsgewinnspiel und die Weihnachtsbeleuchtung, sondern veranstalten auch den Adventmarkt und die Einkaufsnacht (2015 mit 7.000 Besuchern). Dem Ziel der Attraktivierung der Innenstadt dient auch der wĂśchentlich am Freitag stattfindende Frischemarkt.cite-ref-57[57] Dort werden von 10â17 Uhr Brot und Gebäck, Obst und GemĂźse, Wurstwaren und Fisch angeboten. Mit Dezember 2021 wurde im Rahmen der Strategie âLandeck 2032â auf eine Initiative von Wirtschaftskammer, Stadtgemeinde Landeck, Tourismusverband TirolWest und der Leistungsgemeinschaft hin ein Talkesselmanagement geschaffen. Die Talkesselmarketing GmbH ist eine 100-Prozent-Tochter von TirolWest. In einem ersten Schritt soll eine regionale Online-Plattform geschaffen werden, in deren Rahmen die MalserstraĂe als Haupteinkaufsbereich digitalisiert wird. Teil der Virtual Reality ist die moderne Präsentation der Geschäfte und die Kommunikation der aktuellsten Nachrichten. Zudem soll ein Ganzjahreskonzept fĂźr eine atmosphärische StraĂendekoration ausgearbeitet werden. Ferner ist ein Ostershopping, die Ausstellung von Kunst unter freiem Himmel (âBilderhafte MalserstraĂeâ) und ein Jugendprojekt im Gespräch.cite-ref-58[58] Vom 15. Juli bis 26. August 2023 wurde durch einen Beschluss des Gemeinderats eine testweise FuĂgängerzone in der MalserstraĂe vom Dritte-Weltladen bis zur Citypassage eingerichtet.cite-ref-59[59]
Das Bau- und Baunebengewerbe, das Handwerk sowie der GroĂhandel profitieren von dem im Bezirk Landeck starken Tourismus. Dieser ist der tourismusintensivste Bezirk Ăsterreichs und nach dem franzĂśsischen DĂŠpartement Hautes-Alpes die zweitintensivste Region im gesamten Alpenraum. Den 44.346 Einwohnern (2021) stehen im Winter nicht weniger als 64.026 Gästebetten gegenĂźber. An der Spitze stehen Ischgl (11.614), St. Anton (11.546), Serfaus (7.058), Fiss (6.078) und Kappl (5.139). Im Falle einer vollen Auslastung kommen in Ischgl 7,4 Gäste auf einen Einheimischen, in Serfaus und Fiss sind es 6,1 und in St. Anton 4,9 Touristen.cite-ref-60[60] Die Bezirkshauptstadt sieht sich allerdings so wie der gesamte Bezirk mit einer hohen saisonalen Arbeitslosigkeit, unterdurchschnittlichen LĂśhnen und einem Mangel an Ganzjahresarbeitsplätzen konfrontiert. Der Sommertourismus macht im Bezirk nämlich nur rund ein Viertel des gesamten Nächtigungsaufkommens aus.cite-ref-61[61] Die Zukunft des eigenen Schigebiets von Landeck/Zams steht in Schwebe, die Konzession der Venetseilbahn läuft im Jahr 2027 aus.cite-ref-62[62] Die Stadt selbst ist der Mittelpunkt der Ferienregion TirolWest, zu der auch Zams, FlieĂ, Tobadill, Grins und Stanz gehĂśren. Dieser Tourismusverband ist der kleinste in Tirol und bezog im Oktober 2022 sein neu errichtetes Servicegebäude am Beginn der MalserstraĂe.
FĂźr das Bundesland Tirol einzigartig arbeiten die Nachbargemeinden Landeck und Zams gemeinsam an einer Standort- und Wirtschaftsentwicklung, die vom Institut fĂźr Standort-, Regional- und Kommunalentwicklung ISK konzipiert und begleitet wird.cite-ref-63[63] Am Dienstleistungszentrum Lantech in Bruggen, das auf dem Boden eines Teils der Textilfabrik entstand, sollen innovative Betriebe und NeugrĂźnder in Landeck gehalten bzw. neu angesiedelt werden. Derzeit bieten mehr als 30 Unternehmen ihre Dienste fĂźr das Tiroler Oberland an.
Viele Bewohner Landecks haben ihren Arbeitsplatz im Innsbrucker Zentralraum und mßssen täglich auspendeln. Zumal es nur wenige Arbeitsplätze fßr Absolventen hÜherer Schulen und Hochschulen gibt, ist auch die Wanderungsbilanz stark negativ. Die BevÜlkerungszahl entwickelte sich in den letzten Jahren rßckläufig, im Gegensatz zur benachbarten Bezirkshauptstadt Imst, welche im Jahr 2015 die 10.000-Einwohner-Grenze ßbersprungen hat.cite-ref-64[64]
Zwischen 2016 und 2020 lagen die durchschnittlichen GrundstĂźckspreise mit 178,9 Euro pro Quadratmeter im Bezirk im Tiroler Mittelfeld zwischen den Extremen Innsbruck (1.058 âŹ) und Lienz (114,7). Die hĂśchsten Preise im Bezirk wurden in Fiss und Serfaus (979,8) erzielt, die niedrigsten in FlieĂ (101). Pro Quadratmeter Eigentumswohnung muss in der Bezirkshauptstadt trotz leicht sinkender Einwohnerzahl mit aktuell (2022) ca. 6.000 Euro gerechnet werden.cite-ref-65[65]
Verkehrsanbindung
Von Innsbruck erreicht man Landeck mit der Arlbergbahn, die Ăźber den Arlberg weiter nach Vorarlberg fĂźhrt. Am Bahnhof Landeck-Zams halten sowohl internationale FernverkehrszĂźge als auch viele RegionalzĂźge. Die Inntal-Autobahn A 12 verbindet Landeck mit Innsbruck; westlich von Landeck fĂźhrt sie als Arlberg SchnellstraĂe S 16 weiter, welche die Stadt nĂśrdlich mit Hilfe eines Tunnels umfährt.
In Richtung Sßden fßhrt die Verbindung ßber den Reschenpass nach Sßdtirol/Italien und ins Engadin/Schweiz. Dieser Verkehr wird heute ßberwiegend durch den 2000 erÜffneten Landecker Tunnel an der Stadt vorbei geleitet. Somit bleibt die Stadt heute sowohl vom West-Ost-Verkehr als auch Verkehr Richtung Sßden verschont, der frßher zur Gänze durch das Stadtzentrum verlief und in den 1970er- und 1980er-Jahren in der Haupturlaubszeit zu massiven Verkehrsstaus fßhrte.
Landeck sollte zudem Ausgangspunkt der nach Mals im Vinschgau und ins Engadin geplanten Reschenbahn sein. Die Bauarbeiten wurden sowohl während des Ersten als auch des Zweiten Weltkrieges in Angriff genommen, wobei dabei jeweils militärstrategische Grßnde ausschlaggebend waren. Fßr den sßdlichen Stadtrand war eine eigene Haltestelle geplant. Die nicht mehr fertiggestellte Trasse ist im Stadtgebiet entlang des Innufers noch gut erkennbar.
Landeck liegt am Fernradweg, der als Via Claudia Augusta entlang einer gleichnamigen antiken RĂśmerstraĂe verläuft.
Politik
Gemeinderat
Die letzte Gemeinderatswahl fand am 27. Februar 2022 statt.
Dabei erfolgte folgende Mandatsverteilung:
⢠ĂVP 10
⢠SPà 9
Der direkt gewählte BĂźrgermeister Herbert Meyer von der ĂVP errang 55,06 % der Stimmen.
BĂźrgermeister
⢠Joseph Johann Pircher, Erster Bßrgermeister der neuen Gemeinde Landeck (4. Oktober 1900 bis 4. Oktober 1903), Friedhofserweiterung, Bau des Schul- und Gemeindehauses fßr die junge Gemeinde.
⢠Franz Handle (6. Oktober 1903 bis 12. Mai 1919), Sicherung der Wasserversorgung durch die Quellfassungen am Thial, 1904 Marktrecht. Zusammenbruch der Monarchie und bittere Not der Nachkriegszeit.
⢠Franz Schrott (15. Mai 1919 bis 2. Dezember 1919), der Deutschfreiheitliche gelangte durch eine Allianz mit den Sozialdemokraten ins Amt, bekleidete dieses aber nur ein halbes Jahr.
⢠Josef Alois Propst (2. Dezember 1919 bis 28. November 1925), setzte wieder die Liste der christlich-sozialen Bßrgermeister fort. Stadterhebung 1923.
⢠Josef Hamerl (28. November 1925 bis 14. Dezember 1928), Bau des Schwimmbades, Brßckenwaage, Grinner Wasserleitung, Hauptschule, Pflasterung der Maisengasse. Heftige Auseinandersetzungen mit den Sozialdemokraten.
⢠Ehrenreich Greuter senior (14. Dezember 1928 bis 18. April 1934, zwischenzeitlich Amtsverwalter 3. Oktober 1932 bis 19. Mai 1933), kämpfte mit den verheerenden Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise auf den Ort, blieb nach den Gemeinderatswahlen von 1933 nur dank eines Losentscheids zu Ungunsten seines nationalsozialistischen Gegenspielers Hans Bernard im Amt, erlebte in der Folge das Parteiverbot der Sozialdemokratischen Partei.
⢠Johann Weiskopf (24. April 1934 bis 13. März 1938), Kasernenbau; von 24. April 1934 bis 23. Dezember 1935 nur Amtsverwalter, da der Gemeinderat infolge des Verbots der NSDAP und der Sozialdemokratischen Partei nicht mehr beschlussfähig war. Im Dezember 1935 vom demokratisch nicht legitimierten Gemeindetag zum Bßrgermeister des austrofaschistischen Landeck gewählt.
⢠Rudolf Josef Bunza, kommissarischer Bßrgermeister (13. März 1938 bis 19. September 1939), von den Nationalsozialisten eingesetzt. Als Blutordensträger langjähriges Parteimitglied. Etablierung des Fßhrerprinzips auf Gemeindeebene. Zusammenschluss mit Zams am 14. Juli 1938. Errichtung sozialer Wohnbauten und der Sßdtirolersiedlungen in Landeck und Zams. Heftige Auseinandersetzungen mit Gauleiter Franz Hofer.
⢠Hermann Bursian (19. September 1939 bis 4. Mai 1945), siedelte im Pfarrwidum das Rathaus an und ging gerichtlich auch gegen das Kapuzinerkloster in Perjen vor; Enteignung zahlreicher GrundstĂźcke fĂźr den Kasernenausbau, Pläne fĂźr groĂzĂźgige Friedhofserweiterung
⢠Wilhelm Koubek, amtierte als von den Amerikanern am 5. Mai 1945 eingesetztes NS-Opfer nur in den ersten Nachkriegstagen.
⢠Josef Egger, amtierte nur bis 14. Juni 1945, bis er kurzfristig als NS-Verfolgter Bezirkshauptmann wurde.
⢠Adalbert Krismer (14. Juni 1945 bis 2. Mai 1946), fiel bei der franzÜsischen Besatzungsmacht in Ungnade
⢠Josef JÜchler (21. März 1946 bis 2. Mai 1946), agierte nur interimistisch
⢠Stefan Zechner (2. Mai 1946 bis 9. Juni 1948), der Innsbrucker fßhrte die Gemeinde bis zur ersten Gemeinderatswahl nach dem Krieg, weil von den politisch unbelasteten Gemeinderäten keiner bereit war, die Aufgabe zu ßbernehmen.
⢠Hans Zangerl (9. Juni 1948 bis 18. März 1956), erster demokratisch gewählter BĂźrgermeister nach dem Krieg (ĂVP). Bau der Gemeindehäuser in der Salurner StraĂe und der Siedlung in der KreuzbĂźhelgasse. Ankauf des Hotels âGoldener Adlerâ (später Schleifung und Errichtung des Stadtplatzes), Bau des Schulhauses in Perjen, Adaptierung der Schentenvilla als Rathaus. Abzug der franzĂśsischen Besatzungssoldaten 1955.
⢠Ehrenreich Greuter jun. (ĂVP, 18. März 1956 bis 20. Mai 1966), Bezug des neuen Rathauses am Schenten, Bau der Blockhäuser auf der Ăd.
⢠Anton Braun (ĂVP, 20. Mai 1966 bis 7. Juli 1988), Errichtung des zentralen Feuerwehrhauses, des Altersheimes, BaumaĂnahmen an der Volksschule Angedair und am SchĂźlerheim, Neuerrichtung der Gerber-, Burschl- und Perjener BrĂźcke; West-Ost-Umfahrung durch den Perjentunnel
⢠Reinhold Greuter (ĂVP, 7. Juli 1988 bis 15. März 1998), erster direkt gewählter BĂźrgermeister der Stadt Landeck. Errichtung des Stadtsaals, der Tiefgarage und der neuen FuĂgängerbrĂźcke von Perfuchs nach Angedair, Ausgestaltung der MalserstraĂe und Verbesserung der Wasserversorgung.
⢠Engelbert Stenico (SPĂ, 15. März 1998 bis 18. November 2012), legte sein Hauptaugenmerk auf soziale Fragen, Engagement fĂźr das Asylbewerberheim in der Kaifenau. Realisierung der SĂźdumfahrung; Verbauung des Wienerwaldareals im Stadtzentrum. Starb bei einer Wandertour.
⢠Herbert Mayer (ĂVP), fĂźhrte nach dem Tod von Engelbert Stenico als VizebĂźrgermeister Ăźbergangsweise vom 18. November 2012 bis 3. März 2013 die Amtsgeschäfte.
⢠Wolfgang JĂśrg (ĂVP), siegte am 3. März 2013 und am 28. Februar 2016 bei den BĂźrgermeisterwahlen. Einrichtung des sechssemestrigen Bachelorstudiums fĂźr âWirtschaft, Gesundheit und Sporttourismusâ. Seit Herbst 2019 âMasterstudium in nachhaltiger Regional- und Destinationsentwicklungâ, das zu rund einem Viertel in Landeck stattfindet. Umbau und Revitalisierung der Volksschule Landeck-Angedair. Coronakrise mit dem Bezirk Landeck als Hotspot. RĂźcktritt mit 31. Mai 2020 wegen einer Verurteilung durch das Landesverwaltungsgericht wegen der illegalen Beschäftigung von Asylwerbern durch die Venet Bergbahnen AG.
⢠Thomas Hittler (ĂVP), interimistisch in seinem Amt als VizebĂźrgermeister ab 1. Juni 2020 bis 29. Dezember 2020 nach dem RĂźcktritt von Wolfgang JĂśrg.
⢠Herbert Mayer (ĂVP), seit 29. Dezember 2020: Mit Dezember 2021 Einrichtung von einem Talkesselmanagement im Rahmen der Strategie âLandeck 2032â. Errang bei der BĂźrgermeisterdirektwahl am 27. Februar 2022 55,06 % der Stimmen. Neuer Kindergarten UrichstraĂe 2024â2026. Einstieg der Pletzer Gruppe in die Venet Bergbahnen zu 80 % nach 10,5 Mrd.-Investition der AlteigentĂźmer.
Wappen
Das Wappen wurde Landeck anlässlich der Stadterhebung 1923 verliehen.cite-ref-66[66] Es zeigt einen grßnen Dreiberg. Dieser steht fßr die drei Einzelgemeinden. Darßber ist die dreiteilige Burg, welche Landeck den Namen gab, sowie der Tiroler Adler zu sehen. Entworfen wurde das Wappen vom Innsbrucker Maler Ludwig Sturm.
PersĂśnlichkeiten
⢠Anton Braun (1925â2014), BĂźrgermeister 1966â1988
⢠Herbert Danler (1928â2011), bedeutender akademischer Maler. War 1957 bis 1984 Kunsterzieher am BRG/BORG Landeck
⢠Alois Fischer (1796â1883), Hofkommissär von Tirol und Statthalter in OberĂśsterreich
⢠Alois Flir (1805â1859), Universitätsprofessor, Päpstlicher Hausprälat, Richter am Päpstlichen Gerichtshof
⢠Leonhard Gienger zu Rotenegg (1514â1588), 1548â1588 Pfleger zu Landeck und Pfunds
⢠Hermann A. Griesser (1937â2021), Journalist und Leitender Redakteur bei den Zeitungen Welt und MĂźnchner Merkur
⢠Walter Guggenberger (* 1947), Nationalratsabg. 1983â1999, Landtagsabg. u. Klubobmann der SPĂ 1999â2003, Leiter des Bundessozialamtes in Innsbruck 1986â2012, GrĂźnder vom Verein Gedenkdienst
⢠Vinzenz Hirn (1886â1960), 1918â1928 Gerichtsvorsteher in Landeck, 1946â1957 Hofrat des Verfassungsgerichtshofs in Wien
⢠Chryseldis Hofer-Mitterer (1948â2017), KĂźnstlerin
⢠Sepp JĂśchler (1923â1994), Extrembergsteiger
⢠Wolfgang Konrad (* 1958), Leichtathlet
⢠Julius Graf Marzani (1879â1961), Landecker Bezirkshauptmann 1919â1931, Mitglied des Verwaltungsgerichtshofes in Wien
⢠Dietmar MĂśssmer (1955â2025), Schauspieler
⢠Isidor MĂźller (1827â1900), Jurist, Schriftsteller, Verleger, Fotograf, Alpinist und FĂśrderer des Fremdenverkehrs
⢠Gerald KurdoÄlu Nitsche (* 1941), KĂźnstler
⢠Michael und Martin Ăttl (* 1969 bzw. 1968), Gitarrenduo
⢠Hans Patsch (1600ânach 1646), Barockbildhauer
⢠Karl Paulmichl (1873â1933), Baumeister, Architekt
⢠Daniela Pintarelli (* 1983), Radrennfahrerin
⢠Gabriel Prantauer (1730â1797), Kapuzinerprovinzial
⢠Magdalena RÜck (* 1994), Kletterin
⢠Michael Schneider (* 1967), bildender Kßnstler
⢠Oswald von Schrofenstein (1434â1497), 1474 und 1481 mit Sigmundsried belehnt, seit 1488 Pfleger von Landeck
⢠Josef Schumacher (1894â1971), Bezirkshauptmann von Landeck 1933â1935, Landeshauptmann von Tirol 1935 bis 13. März 1938
⢠Raoul Schrott (* 1964), Autor
⢠Maria SpĂśtl (1898â1953), KĂźnstlerin
⢠Josef Paul Stapf (1762â1809), Mathematiker
⢠Dominikus Trenkwalder (1841â1897), Bildhauer
⢠Hans Ritter von Urich (1839â1913), Oberst, Kommandant des Kaiserjägerregiments 1890â1895
⢠Josef Wille (1926â2014), Politiker und Gewerkschafter
⢠Hans Wulz (1909â1985), Maler und Restaurator
Bilder
Weblinks
Commons
: Landeck
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikivoyage: Landeck (Tirol)
â ReisefĂźhrer
⢠70614 â Landeck. Gemeindedaten der Statistik Austria
⢠Stadtgemeinde Landeck
⢠Landeck. In: geschichte-tirol.com, Datenbank des Vereines âfontes historiae â Quellen der Geschichteâ.
⢠Schloss Landeck
Einzelnachweise
cite-note-11. â Tourismus in Tirol. (PDF; 1,3 MB) Wirtschaftskammer Tirol, 2015, abgerufen am 4. November 2020.
cite-note-22. â Manfred KĂśhler: Perjentunnel (Landeck, Tirol): Baugeologische Verhältnisse, Prognose und tektonische SchluĂfolgerungen. In: Geologisch-Paläontologische Mitteilungen Innsbruck. Band 12, 1982, S. 252 (zobodat.at [PDF]).
cite-note-zamg-31. Klimadaten von Ăsterreich 1997â2010 â Tirol-Landeck. Central Institute for Meteorology and Geodynamics, archiviert vom Original am 12. Oktober 2019; abgerufen am 29. Oktober 2019.
cite-note-44. â Rundschau. Ausgabe Landeck 2018/Nr. 28, S. 22.
cite-note-55. â Stadtgemeinde Landeck: Stadtbuch Landeck. Landeck/Innsbruck 1998, S. 67.
cite-note-66. â Katharina Winckler: Mensch und Gebirge im FrĂźhmittelalter: Die Alpen im Vergleich. Dissertation, Wien 2010, S. 119 (univie.ac.at [PDF]).
cite-note-geschichtetirollandeck-77. â Michael Fritz: Landeck. In: geschichte-tirol.com, Datenbank des Vereines âfontes historiae â Quellen der Geschichteâ.
cite-note-auto-88. â Pfarrbrief Sommer 2016
cite-note-99. â Stadtgemeinde Landeck: Stadtbuch Landeck. Landeck/Innsbruck 1998, S. 69f.
cite-note-1010. â Katharina Winckler: Mensch und Gebirge im FrĂźhmittelalter: Die Alpen im Vergleich. Dissertation, Wien 2010, S. 87 (univie.ac.at [PDF]).
cite-note-1111. â Stadtgemeinde Landeck: Stadtbuch Landeck. Landeck/Innsbruck 1998, S. 71.
cite-note-auto1-1313. â Stadtgemeinde Landeck: Stadtbuch Landeck. Landeck/Innsbruck 1998, S. 73.
cite-note-1414. â Michael Fritz: Landeck. Kapitel Burg Schrofenstein. In: geschichte-tirol.com, Datenbank des Vereines âfontes historiae â Quellen der Geschichteâ.
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cite-note-1717. â Roman Spiss: Landeck 1918â1945. Eine bisher nicht geschriebene Geschichte. In: Schlern-Schriften 307, Innsbruck 1998, S. 105â112, S. 174â175, S. 193â197.
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